Andacht für die Monate August und September

Monatsspruch August: Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe.                                        Matthäus 10,7

 

In diesen Tagen gehen viele auf Reisen. Wir freuen uns auf die bevorstehende freie Zeit und sind gespannt auf die fremden Orte, die uns am Urlaubsziel erwarten: hohe Berge, rauschendes Meer, kulturreiche Städte und idyllische Landschaften.

 

Doch bevor wir uns auf den Weg begeben, heißt es Abschied zu nehmen. Von den eigenen vier Wänden, vom gewohnten Alltag, von den Menschen, die zu Hause zurück bleiben. Den Sachsen wird ja nachgesagt, sie fahren nur deshalb in den Urlaub, weil sie am Ende gern wieder „heeme kommen“. Ja, da ist was dran. Nach zwei oder drei Wochen Urlaub freut man sich auch wieder auf sein eigenes Bett oder auf ein ganz normales Abendessen gemütlich in der Küche.

 

Im Juli ging ich mit 26 Jugendlichen auf Reisen nach Norwegen zu einer Wanderrüstzeit. Bevor wir mit drei vollgepackten Kleinbussen in Richtung Norden gestartet sind, gab es noch ein Gebet und einen Reisesegen. Um die gemeinsamen Tage, alle Erlebnisse und Begegnungen, unter Gottes Schutz zu stellen. Das meiste lässt sich zwar vor so einer Reise planen und organisieren. Aber vieles liegt nicht in unseren Händen. Da ist es gut zu wissen, dass wir das alles getrost in Gottes Hand legen können.

 

Der Monatsspruch für August ist Teil eines Abschiedes (Matthäus 11, 5-15). Jesus sendet seine zwölf Jünger aus. Sie sollen zu den Menschen in Galiläa gehen und ihnen das nahende Reich Gottes verkündigen. Zuvor gibt ihnen Jesus noch eine Reise-Check-Liste zur Hand. So wissen die Jünger genau, was zu tun und was zu lassen ist. Eins ist jedoch auch klar: die Aussendung der zwölf Jünger wird für sie keine Erholungsreise. Weder Urlaubsgeld noch Wechselsachen dürfen im Gepäck sein. Und das Ziel ihrer Reise sind auch nicht die bequemen Orte. Sondern sie sollen dorthin gehen, wo die „verlorenen Schafe“ sind. Ihr Weg führt sie nicht auf die belebten Straßen mit viel Glanz und Ausgelassenheit, sondern in die Nebenstraßen und Gassen, wo die einfachen und bedürftigen Menschen wohnen.

 

Im Urlaub lernen wir fremde Menschen und fremde Orte kennen. Für Touristen ist dort meistens alles so bequem wie möglich arrangiert: Souvenirläden, Restaurants, Hotels, Sehenswürdigkeiten, Touristenattraktionen. Doch um Land und Leute wirklich kennenzulernen, lohnen sich oft die Wege abseits von den „Touristen-Meilen“ durch die  Gassen und Hinterhöfe. Schon das ist ein erster innerlicher Schritt, auch selbst so zu werden, wie Jesus es den Jüngern ans Herz legt. Und vielleicht ergibt sich ja hier und da an diesen abseitigen Orten ein Gespräch mit den dort lebenden Menschen über Gott und die Welt. In diesem Sinne: Eine gesegnete Urlaubszeit!

 

                                                                                                                        Das wünscht Ihr Pfr. Heiko Jadatz.